AutorIn: Elisa Weise

„Wenn dir das Leben Zitronen gibt, dann mach Limonade draus… oder wenn dir die Welt einen Virus reicht und die gesamte analoge (Event-)Welt erschüttert, suche eine digitale Lösung dafür.“

Ein Virus, das die Welt erschüttert

Vor abermillionen Jahren traf ein Komet die Erde und veränderte sie für immer.
Mitte März traf uns metaphorisch ein ebensolcher und erschütterte unsere Welt. Wir waren mitten in der Planung für unser nächstes Event – das techcamp Hamburg, und mussten reagieren. Waren gerade eben noch die Ortsbesichtigung des Veranstaltungsortes im Klubhaus St. Pauli mit unseren Partnern sowie der letzte Programm-Feinschliff und die logistische Vorbereitung des Events im Fokus, wandelte sich dieser komplett: Ausgangssperren, Kontaktverbote, Absagen sämtlicher Großveranstaltungen rückten in den Fokus. Hashtags wie #staysafe und #wirbleibenzuhause trendeten.

Vom TCHH.IRL zu TCHH.LITE

Als IT-Dienstleister und Event-Agentur mit physischen Veranstaltungen im Portfolio rutschte da das Pixel-Herz schon mal in die Hose. Das techcamp in real life (IRL) mussten wir letztlich verschieben. Für uns war aber schnell klar, dass wir nicht auf den Austausch verzichten wollten. Von Referenten, Partnern und Teilnehmern haben wir schnell die Rückmeldung erhalten, dass wir ein techcamp „lite“ als Online-Version ins Home Office bringen. Am 16. und 17. April war es dann soweit – das erste digitale techcamp kam zu Euch nach Hause. Zwei Tage, zwei Keynotesprecher, sechs Partner, und vier Slots aus Vorträgen aus Call 4 Papers. Die Teilnahme war kostenlos. Dahinter ein kleines Team, ca. zwei Wochen Vorbereitungszeit und tägliche Zoom-Calls.

Wir erweiterten das CI, krempelten die Website und das Programm um, evaluierten Webinar Tools und setzten einen Chat auf. Dann ging die Registrierung an den Start und wir konnten unseren Augen nicht trauen, wie schnell die Anmeldezahlen nach oben gingen.

Teilnehmerzahl, die unsere Vorstellungen sprengt und zwei tolle Keynotes

Am Donnerstag, 16.04. morgens um 09:30 Uhr begrüßten wir dann mehr als 100 Teilnehmer digital über Zoom Webinar. Die Teilnehmerzahlen blieben an beiden Tag nahezu konstant, als unsere Keynote Speaker Ralf Sigmund von MOIA (Tag 1) über die agile Arbeitskultur bei MOIA berichtete oder Christian Bennefeld von eBlocker (Tag 2) uns die Augen über das Tracking-Verhalten der Cookie-Fabriken und Datensammler öffnete und uns aufklärte wir wir uns schützen können. Wir sehen nur die Spitze des Eisberges. Tolle Vorträge für Tekkis und Nicht-Tekkies.

“All we have to be is better as before“

Danke auch an unsere Partner: An Tag #1 lag der Fokus auf Agile & Culture. Csaba Mezes von Nordcloud Deutschland berichtete davon, dass auch wenn das Agile Manifest schon einige Jahre auf dem Buckel hat, noch quick lebendig ist. Agile sei ein Adjektiv, beschreibe und kennzeichne einen Umstand mit Eigenschaften und diese Eigenschaften des agilen / flexiblen Agierens sei es, die unsere Arbeit heute auszeichnet. Drei Dinge sind Gesetz im agilen Kontext: die Produkt Vision, Tech Enablement dank der Digitalisierung und die Kommunikation im Team. Also habt eine Produkt Version, sprecht miteinander und macht so viele Fehler wie nötig, um daraus zu lernen. „All we have to be is better as before“.

Agile Leadership – Wandel im Leadership – Führung nur auf Augenhöhe

Im nächsten Vortrag führte uns Florian Dahl den Weg runter down Memory Lane und brachte uns die Leitlinien des #AgileLeadership näher. Wie sollte gute Führung funktionieren? Auf Augenhöhe. Angesichts Corona, in #VUCA-Zeiten und beim #HomeOffice merkt man, dass alte Führungsmodelle nicht mehr greifen. Wir sind am Beginn einer Evolution, die in zwei Jahren die alten Führungsmodelle und Wasserfall wegschwemmen könnte, so Florian Dahl. Das Befähigen von Beschäftigten zur eigenständigen Bearbeitung von Aufgaben, ist Bestandteil dieser Führungskultur. Hierbei zählen Werte wie Vertrauen, Kommunikation, Feedback, Fokus, Mut und Respekt. Unternehmen, die besonders divers aufgestellt sind, tun sich leichter mit diesem Wandel.

Mit einem Digital Workplace und Low Code Ordnung ins Chaos

Weiter ging’s im zweiten Partnervortrag von United Planet. Christian Schröter zeigte uns anhand der Digital Workplace Lösung Intrexx, wie man durch Low Code und den Vorteilen eines Digital Workplace Ordnung ins Chaos bringen kann. Und somit die Produktivität und Effektivität in einem Unternehmen stärken kann. Die Mitarbeiterbindung steigt, da auch das Arbeiten einfacher wird. Der Wissenstransfer ist besser, weil es abteilungs- und systemübergreifend ist. Insellösungen und Fehler werden reduziert.

Wie Mob Programming zu fokussiertem und effektiven Arbeiten führt

Im letzten Vortrag des Tages zeigte uns die UX-Designerin Evelyn Kühn von Proximity uns die Auswirkungen eines Team-Experiments: Man nehme fünf Entwickler & eine UX-Designerin, sperrt sie für einen 2-Wochen-Sprint zum Programmieren in einen Raum und lässt sie zusammen Mob-Programming machen – zur Verfügung nur ein Rechner. Jeder darf mal ran, aber zusammen schafft man ein gemeinsames Ergebnis. Durch die Einblicke und den transparenten Perspektivwechsel und Entdecken fremder Welten war es sehr lehrreich. Pair Programming level up. So waren Code Reviews nicht mehr notwendig, die Qualität höher und technische Schulden geringer. Zudem ist das Verständnis für die Arbeit der Kollegen durch die Einblicke gestiegen. Spannend ging es dazu auch in unserem Rocket Chat weiter.

Nach dem Vortrag von Evelyn gingen wir in die Halbzeit Pause und hatten sowohl inhaltlich durch die Vorträge einiges gelernt. Und gleichzeitig auch einigen Input für Verbesserungsvorschläge bei der Durchführung des Events erhalten („mehr Tech auf dem techcamp“ bis hin zu „bitte macht zwischendrin eine kurze Pause“).

Hier gehts zum zweiten Teil unserer Nachlese.